Die evangelische Kirche wurde für die evangelischen Kurgäste in den Jahren 1853-1857 aus der öffentlichen Sammlung der deutschen Protestanten und auch mit dem Beitrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. gebaut.
Die neoromanische evangelische Kirche in Marienbad wurde in den Jahren 1853-1857 erbaut. Das Bauland wurde bereits 1852 erworben. Mit dem eigentlichen Bau der Kirche wurde jedoch erst ein Jahr später begonnen. Das Gouvernement in Plana und später das Gouvernement in Prag verweigerten die Baugenehmigung. Der Bau einer nichtkatholischen Kirche wurde damals als unerwünscht und provokativ angesehen. Erst nachdem es Landesrat W. von Kröcher (dank der Unterstützung von König Friedrich Wilhelm IV.) gelungen war, die Genehmigung direkt beim Kaiser in Wien zu erwirken, waren die örtlichen Behörden gezwungen, den Bau zu genehmigen. Die evangelische Kirche wurde von dem ortsansässigen Baumeister Friedrich Zickler nach einem Entwurf des Berliner Architekten und Hofbaurats Gottlieb Christian Cantian errichtet. Der Bau der Kirche wurde größtenteils durch eine öffentliche Sammlung der deutschen Protestanten finanziert. Ein Teil der Kosten wurde von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen übernommen. Der König nahm auch an der Einweihungsfeier teil (24. Juni 1857).
In der Vorhalle der evangelischen Kirche befindet sich eine Gedenktafel und das Monogramm des Baurats Gottlieb Christian Cantian. Das flachgedeckte Kirchenschiff wird von einer überlebensgroßen Christusdarstellung beherrscht. Die Buntglasfenster stammen aus dem Jahr 1907. Sie wurden von Kaiser Wilhelm II. gestiftet.
Nach 1945 übernahm die Evangelische Kirche die Betreuung der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, die hier seither abwechselnd mit der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche Gottesdienste abhält.
Mírové náměstí 90/7,
353 01 Mariánské Lázně (Marienbad)
Tschechische Republik